THEMENjahr Textil
im aschheimuseum und am bajuwarenhof kirchheim
Schon seit Jahrtausenden nutzten Menschen Kleidung und Stoffe. Im archäologischen Befund sind sie allerdings in der Regel kaum erhalten. Unter besonderen Bedingungen aber finden sie sich - und auch bei uns sind es zumeist sehr kleine Reste, die trotzdem viel erklären können über das Textilhandwerk in prähistorischen und frühgeschichtlichen Epochen. Diesen kleinen Zeugnissen eines großen Handwerks möchten wir uns dieses Jahr widmen.
Drei Vorträge und eine Sonderausstellung im AschheiMuseum sowie Vorführungen und Workshops am Bajuwarenhof Kirchheim sollen Einblicke in dieses Thema ermöglichen. Dabei kommen die unterschiedlichen Perspektiven von Restaurierung und Erhaltung, der Handwerkstechniken, Rekonstruktion und sozialer Komponente von Kleidung zur Geltung.
VORTRÄGE
im Walter-Haupt-Saal des Kulturellen Gebäudes, Münchner Straße 8 (Eingang im Herdweg), 85609 Aschheim
Beginn jeweils 18 Uhr, das Museum hat vorher jeweils ab 16 Uhr geöffnet.

Mittwoch 13.5.2026
Beate Herbold, M.A.
(Restauratorin am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege)
Von der Faser zum Gewand – Untersuchende Restaurierung an archäologischen Textilien
In der Gesamtheit archäologischer Bodenfunde bilden Textilien eine ganz eigene faszinierende und fragile Gruppe, da sie nur unter besonderen Bedingungen und häufig lediglich als Fragmente erhalten sind. Durch fachgerechte Bergung und detaillierte Analyse lässt sich jedoch eine Vielzahl an verborgenen Informationen ans Licht bringen. In diesem Vortrag soll die grundlegende Herangehensweise an archäologische Textilien vorgestellt werden.

Mittwoch 15.7.2026
Dr. Ina Schneebauer-Meißner
(Restauratorin an der Archäologischen Staatssammlung München)
Goldtextilfunde aus bajuwarischen Gräbern des frühen Mittelalter.
Erforschung einer komplexen Fundgruppe
Goldtextilien gelten im frühmittelalterlichen Bestattungskontext als Indikatoren für Individuen von herausgehobenem sozialem Status beziehungsweise für Angehörige der gesellschaftlichen Elite. Entsprechend sind sie nur selten nachweisbar. In der Regel sind die organischen textilen Kleidungsbestandteile durch die jahrhundertelange Bodenlagerung vergangen und nur die Goldfäden in der Erde erhalten. Anhand exemplarischer Funde wird die Vielfalt dieser Fundgruppe dargestellt. Darüber hinaus werden auf Grundlage technologischer und materialkundlicher Analysen und experimenteller Rekonstruktionen Erkenntnisse zu den Herstellungstechniken der Goldfäden, deren Einbindung in das Trägertextil sowie die Eigenschaften des verwendeten Goldes aufgezeigt.
Mittwoch 23.9.2026
Jun.-Prof. Dr. Simone Egger
(Prof. für Europäische Kulturanthropologie/ Universität Saarbrücken)
Was Kleidung über uns erzählen kann. Von Dirndln, Mode und Kultur im Wandel
Im Rahmen ihres Vortrags beschäftigt sich die Kulturwissenschaftlerin Simone Egger mit der Frage, was Kleidung über eine Gesellschaft aussagen kann. Ausgehend von einem modernen Phänomen – dem Dirndl – wird es um Bilder, Symbole und Praktiken gehen. Was wir tragen, hat mit unserer Identität zu tun, mit dem Ort, aber auch mit der Zeit, in der wir leben. Der Blick in die Vergangenheit macht deutlich, dass Mode stets im Wandel begriffen ist – wie jede Form von Kultur.
AKTIONSTAGE MIT VORFÜHRUNGEN AM BAJUWARENHOF KIRCHHEIM
Bajuwarenstraße 11, 85551 Kirchheim-Heimstetten
Zwischen Ende April und Ende Oktober Sonntags von 11-17 Uhr geöffnet.
Sonntag 3.5.2026
Und jeder Faser wohnt ein Zauber inne - Textile Rohstoffe
Samstag 20.6.2026
Workshop: Historisches Färben mit Pflanzen
Sonntag 21.6.2026
Bunte Tuche: Färben mit Pflanzen
Sonntag 12.7.2026
Alle Fäden in der Hand: Kardieren und Spinnen
Sonntag 16.8.2026
Schöne Stoffe und bunte Bänder: Die Kunst des Webens
Samstag und Sonntag 5.9. und 6.9.2026
Kleidung in Aktion: Hofbelebung
Samstag 19.9.2026
Workshop: Weben mit Brettchen
Zu den Workshops ist eine Anmeldung erforderlich, Informationen auf: www.bajuwarenhof.de, bei den übrigen Terminen handelt es sich um freie Angebote.